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Wenn Sie mit dem Podcasting anfangen, müssen Sie oft alles gleichzeitig machen. Wie viele andere Content-Creator im Web sind wir in Personalunion Leitung, Redaktion und Kommunikation.
Kommunikation wird häufig vernachlässigt, kann für das Leben eines Podcasts aber wahre Wunder bewirken. Legen wir los?
Dieser Artikel ist der letzte Teil unseres Einsteiger-Dossiers zum Podcasting. Lesen Sie ergänzend auch #1 Hardware, #2 Software und #3 Format!
Unter Kommunikation versteht man die Fähigkeiten und Maßnahmen, mit denen eine Botschaft an jemanden vermittelt wird. Der Begriff wird häufig mit Marketing verwechselt, bei dem es darum geht, Methoden einzusetzen, um etwas zu verkaufen. Kommunikation ist also keineswegs ein Schimpfwort des Kapitalismus!
Wenn im Podcast-Bereich von Kommunikation die Rede ist, denken wir häufig daran, wie wir einen Podcast einem größeren Publikum bekannt machen können, um mehr Hörer:innen zu erreichen oder unsere Leidenschaft mit mehr Menschen zu teilen.
Dabei darf man eines nicht vergessen: Einen Podcast zu machen bedeutet bereits, ein Kommunikationsmittel zu nutzen! Einen Podcast über ein Thema zu produzieren heißt, eine Botschaft an ein Publikum zu vermitteln. Während der Trend lange darin bestand, zunächst einen Podcast zu erstellen und ihn anschließend bekannt machen zu wollen, beobachten wir inzwischen auch die umgekehrte Entwicklung: Ein Podcast wird geschaffen, um Dienstleistungen oder ein Unternehmen bekannter zu machen.
Allgemeingültige Komplettstrategien sind für die Kommunikation eines Podcasts meist keine gute Idee. Einige grundlegende Empfehlungen können jedoch alle anwenden. Sie richten sich an Podcast-Produzent:innen, die nicht viel Zeit in Kommunikation investieren können oder sich erst später intensiver damit beschäftigen möchten.
Dort finden Sie viele andere Podcast-Produzent:innen - und diese können zu Ihren besten Hörer:innen werden, denn wir selbst sind oft die Ersten, die nach einem neuen Podcast suchen! Gleichzeitig können Sie Ihr Netzwerk ausbauen und Menschen kennenlernen, die die Fragen, mit denen Sie sich beschäftigen, sehr gut verstehen.
Außerdem ist X (Twitter) vergleichsweise leicht zu nutzen - unter anderem, weil die Plattform nicht hauptsächlich auf visuellen Inhalten basiert und dadurch in Ihrem Podcast-Alltag deutlich weniger Zeit beansprucht. Wenn Sie sich bereits auf anderen sozialen Netzwerken wohlfühlen, sollte allerdings das Netzwerk Priorität haben, auf dem sich Ihr Publikum befindet. Weitere Hinweise dazu finden Sie weiter unten im Abschnitt zur Kommunikationsstrategie.
- Kündigen Sie die Veröffentlichung Ihrer Episoden an. Einmal reicht: Es ist nicht nötig, dieselbe Ankündigung ständig zu wiederholen.
- Veröffentlichen Sie nicht ausschließlich solche Ankündigungen! Niemand möchte einem Account folgen, der nur neue Veröffentlichungen bewirbt. Teilen Sie relevante Informationen zu Ihrem Thema, interessante andere Podcasts … Kurz gesagt: Veröffentlichen Sie das, was Sie selbst gerne lesen würden. Sie können außerdem Aufrufe und Mitmachaktionen veröffentlichen oder Ihren Follower:innen Fragen stellen, um das Leben Ihrer Sendung über die Episode hinaus zu verlängern.
- Interagieren Sie mit anderen Podcast-Produzent:innen und Nutzer:innen - aber nicht nur, um Werbung für sich zu machen! Unterhalten Sie sich, entdecken und teilen Sie Dinge, zeigen Sie Persönlichkeit. Und nutzen Sie nicht jede Frage nach einer Podcast-Empfehlung sofort als Gelegenheit, Ihren eigenen Podcast zu bewerben. Wenn Ihr Publikum ihn stattdessen empfiehlt, ist die Wirkung wesentlich größer.
Instagram und TikTok sind stark visuell geprägte Medien. Wenn Sie die Codes und Gepflogenheiten einer Plattform nicht kennen, lohnt es sich nicht unbedingt, dort sofort aktiv zu werden. Einsteiger:innen empfehlen wir eher, zunächst mit X (Twitter) zu beginnen und sich später Zeit zu nehmen, das Veröffentlichen auf anderen Plattformen zu lernen.
Wenn Sie auf X (Twitter) bereits sicher unterwegs sind, empfehlen wir Ihnen, sich zunächst TikTok anzusehen, da sich dort für Content-Creator eine sehr schnelle Entwicklung beobachten lässt - während Instagram in letzter Zeit deutlich anspruchsvoller geworden ist. Außerdem lassen sich TikTok-Inhalte sehr einfach auch auf Instagram verwenden!
Sie möchten noch weitergehen? Gut, legen wir los!
Eine Kommunikationsstrategie ist der Plan beziehungsweise der rote Faden, an dem Sie sich bei Ihrer Kommunikation orientieren. Um ihn zu entwickeln, sollten Sie sich fünf Fragen stellen. Wir zeigen sie anhand von drei Beispielen:
Beispiel #1 - Podcast für ein breites Publikum: Persönlichkeitsentwicklung durch Sport
Why: Warum möchte ich kommunizieren, welches Ziel verfolge ich?
Sich abheben. Persönlichkeitsentwicklung ist ein Trendthema. Sie müssen deshalb Ihr eigenes Profil finden und vermitteln, um Ihr Publikum zu erreichen.
What: Welche Botschaft möchte ich vermitteln?
"Darum ist mein Podcast anders" - nicht "besser". Letzteres sollten Sie vermeiden, wenn Sie nicht überheblich wirken möchten.
Who: Wer ist meine Zielgruppe, wem möchte ich diese Botschaft vermitteln?
Sportlich aktive Menschen, die sich besser fühlen möchten und nicht primär Leistung suchen. Menschen, die Tipps zum Entspannen und Meditieren mithilfe von Übungen suchen.
Where: Wo und auf welcher Plattform werde ich diese Botschaft kommunizieren?
Die Antworten auf die vorherigen Fragen helfen Ihnen dabei! Und weil Ausnahmen die Regel bestätigen, finden Sie Ihr Publikum hier wahrscheinlich auf Plattformen wie Instagram oder TikTok. Warum? Weil es dort nach Sportübungen sucht, die es selbst ausprobieren kann - ein Format, das sich visuell wesentlich besser vermitteln lässt. In diesem konkreten Fall ergänzen Videos oder Fotos Ihre Episoden sehr gut. Auch ein Newsletter kann eine interessante Alternative sein.
When: Wann werde ich kommunizieren, zu welchem Zeitpunkt und wie häufig?
Die Kommunikation in sozialen Netzwerken ergänzt Ihren Podcast zwischen Ihren Podcast-Episoden. Wenn Sie Foto- oder Videoinhalte erstellen, empfiehlt sich ungefähr ein Beitrag pro Woche.
Beispiel #2 - Nischenpodcast: koreanische Popmusikgruppen
Why: Warum möchte ich kommunizieren, welches Ziel verfolge ich?
Um Ihr Publikum zu finden. Ein Nischenthema bedeutet zwar ein kleineres Publikum - aber auch Menschen, die gezielt nach Inhalten zu ihrem Lieblingsthema suchen!
What: Welche Botschaft möchte ich vermitteln?
"Sie sind nicht allein mit Ihrer Begeisterung für dieses Thema! Sprechen wir darüber?" Nischenthemen ermöglichen Menschen, die weit voneinander entfernt leben, den Austausch über ein gemeinsames Interesse. Das ist eine der schönen Seiten der Podcast-Welt.
Who: Wer ist meine Zielgruppe, wem möchte ich diese Botschaft vermitteln?
Fans koreanischer Musik, Fans koreanischer Popkultur, Menschen, die neugierig auf asiatische Kultur sind … Nischenthemen können verschiedene Welten miteinander verbinden. Denken Sie immer daran, Ihren eigenen Horizont - und den anderer - zu erweitern.
Where: Wo und auf welcher Plattform werde ich diese Botschaft kommunizieren?
In den Trends auf X (Twitter) tauchen regelmäßig Namen koreanischer Gruppen oder ihrer Mitglieder auf - ein erster Ansatzpunkt! Jede Nische hat ihre bevorzugten Plattformen. Waren Foren vor einigen Jahren für asiatische Kultur besonders wichtig, haben Discord-Server inzwischen einen großen Teil dieser Rolle übernommen. Je nach Nische lohnt sich auch ein Blick auf Reddit, Telegram oder spezialisierte Foren. Finden Sie den Ort, an dem Ihre Community ist, und Sie haben Ihr bevorzugtes Netzwerk gefunden.
When: Wann werde ich kommunizieren, zu welchem Zeitpunkt und wie häufig?
Bei einem Nischenpodcast empfiehlt es sich, mehrmals pro Woche zu kommunizieren und Aktivitäten aus dem jeweiligen Themenbereich aufzugreifen. Menschen mit Nischeninteressen bewegen sich häufig gleichzeitig in mehreren verwandten Bereichen: Fans koreanischer Musik, koreanischer Dramen oder japanischer Kultur überschneiden sich beispielsweise. Das bietet weitere Möglichkeiten, angrenzende Themen anzusprechen, die Ihr Publikum interessieren könnten.
Beispiel #3 - Podcast mit gesellschaftlichem Anliegen: über toxische Familienbeziehungen sprechen
Why: Warum möchte ich kommunizieren, welches Ziel verfolge ich?
Die Botschaft weitertragen und möglichst vielen Menschen helfen - wachsen, aber auf sinnvolle Weise.
What: Welche Botschaft möchte ich vermitteln?
"Sie sind nicht allein und wir können Ihnen helfen", "Lassen Sie uns ein Netzwerk gegenseitiger Unterstützung schaffen". Sie kennen Ihr Thema, seine Sensibilität und wissen, welche Fehler vermieden werden sollten.
Who: Wer ist meine Zielgruppe, wem möchte ich diese Botschaft vermitteln?
Menschen, die sich in diesen Erfahrungen wiedererkennen, Angehörige unterstützen möchten oder gesellschaftlichen Anliegen gegenüber sensibel sind und Verbündete werden möchten.
Where: Wo und auf welcher Plattform werde ich diese Botschaft kommunizieren?
Auch hier weisen Ihnen die vorherigen Antworten den Weg. Bei einem Podcast mit gesellschaftlichem Anliegen sind Menschen, die sich ebenfalls für soziale Themen engagieren, und Mundpropaganda Ihre besten Verbündeten. Mundpropaganda hilft zwar allen Podcasts, ist bei sozialen oder gesellschaftlichen Themen aber besonders wirkungsvoll. Bitten Sie ruhig Menschen aus Ihrem direkten Umfeld um Unterstützung oder nutzen Sie private Netzwerke.
Bei diesem speziellen Thema können Facebook-Gruppen interessant sein: In geschlossenen und damit geschützten Gruppen tauschen Menschen Erfahrungen aus und unterstützen einander.
When: Wann werde ich kommunizieren, zu welchem Zeitpunkt und wie häufig?
Man möchte vielleicht sehr viel kommunizieren, um möglichst schnell möglichst vielen Menschen zu helfen. Hier ist jedoch Zurückhaltung sinnvoll - sowohl aus Rücksicht auf die Gefühle des Publikums als auch, um nicht zu "professionell" zu wirken. So paradox es klingt: Zu intensive Kommunikation kann einem Konzept etwas von seiner Menschlichkeit nehmen. Teilen Sie Initiativen und positive Nachrichten höchstens etwa viermal pro Woche.
Um einen Podcast bekannt zu machen, möchte man häufig möglichst viele Kanäle gleichzeitig nutzen. Wenn Sie eine Plattform jedoch nicht beherrschen, sollten Sie sich nicht zu schnell darauf stürzen.
Sie produzieren einen Podcast über ein Thema, das Sie kennen oder lieben: Sie selbst ähneln wahrscheinlich Ihren typischen Hörer:innen! Um herauszufinden, wo und wie Sie kommunizieren sollten, erinnern Sie sich daran, wo Sie diesen Podcast gerne gefunden hätten, bevor Sie ihn selbst erstellt haben. Wo haben Sie nach Informationen gesucht?
Podcasting ist ein Kommunikationsmedium mit Hunderten, wenn nicht Tausenden unterschiedlichen Themen. Entsprechend gibt es Hunderte oder Tausende verschiedene Kommunikationsstrategien. Seien Sie vorsichtig mit fertigen Plänen und pauschalen Empfehlungen dazu, in welches Netzwerk Sie investieren oder welche Bilder und Botschaften Sie produzieren sollten. Wahrscheinlich sind diese Ratschläge nicht speziell auf Ihr Thema und Ihr Publikum zugeschnitten.
"Aber wenn mehr Menschen meinen Podcast hören oder mir folgen, bedeutet das doch, dass mein Podcast funktioniert?" Ja … und nein. Zahlen allein reichen nicht. Wie in vielen Bereichen sollten Sie vor allem auf Qualität achten.
Ein "hochwertiges" Publikum ist kein problematischer Begriff, sondern schlicht das Publikum, für das Sie Ihren Podcast machen. Wachstum um des Wachstums willen ergibt keinen Sinn, wenn die Menschen, die Ihren Podcast hören, gar nicht diejenigen sind, für die Sie Ihr Konzept entwickelt haben. Und ein hochwertiges Publikum sieht für jedes Projekt anders aus: eine eng verbundene Community, engagierte Hörer:innen, Menschen, denen Sie helfen konnten, Anfragen über Ihre Website …
Eine Frage? Unser ehrenamtliches Team und die anderen Mitglieder auf dem Discord-Server des Vereins BadGeek helfen Ihnen gerne dabei, Ihre Podcast-Fragen aus allen Blickwinkeln zu beleuchten. Schauen Sie dort und auch bei unseren anderen Artikeln gerne vorbei.
- Canva: https://www.canva.com/ - Mit der kostenlosen Version von Canva können Sie bei der Erstellung visueller Inhalte für soziale Netzwerke und sogar Ihres Logos enorm viel Zeit sparen.
- Videopod: https://www.videopod.fr/ - Um Produzent:innen bei ihrer Kommunikation zu unterstützen, haben wir Videopod entwickelt. Damit können Sie Videos aus Ausschnitten oder ganzen Episoden erstellen, die speziell für soziale Netzwerke optimiert sind - ohne Registrierung und ohne vorherigen Upload.
- Facebook Business Manager: https://business.facebook.com/ - Lange zugunsten anderer Anwendungen für Social-Media-Veröffentlichungen vernachlässigt, wurde Facebooks Werkzeug überarbeitet und ermöglicht nun eine einfache Planung von Posts, Stories und Videos.
- TweetDeck: https://tweetdeck.twitter.com/ - Sehr praktisch, um Trends und Hashtags auf X (Twitter) zu verfolgen und Themen zu beobachten. TweetDeck ermöglicht außerdem die Vorausplanung von Tweets.
- Mailchimp: https://mailchimp.com/fr/ - Mit der kostenlosen Version von Mailchimp können Sie sehr einfach Newsletter erstellen - ein zeitloses Kommunikationsmittel im Web.
Wir unterstützen das Manifest für offene Podcasts
Vodio wird herausgegeben von dem Verein BadGeek, dem Verein, der Podcast-Schaffende seit 2010 unterstützt und begleitet