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Podcast produzieren - 1 - Eine Frage der Ausrüstung

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Das Podcast-Abenteuer beginnt oft mit einer Idee. Sie umzusetzen, ist eine andere Geschichte:
- Welches Mikrofon brauche ich?
- Wie viel wird mich das kosten?
- Was muss ich wo anschließen?
- Warum stecke ich den USB-Stecker eigentlich immer zuerst falsch herum ein?!


Und das sind nur die ersten Fragen, die Ihnen begegnen werden … Heute bringen wir etwas Licht ins Dunkel rund um die passende Ausstattung.

Dieser Artikel ist der erste Teil unseres Einsteiger-Dossiers zum Podcasting. Lesen Sie ergänzend auch #2 Software, #3 Format und #4 Kommunikation!

Noch ein kurzer Hinweis vorab: Alle Links in diesem Artikel sind nicht gesponsert und keine Affiliate-Links. Wir empfehlen Ihnen Geräte, die wir selbst getestet haben, bei Händlern, die wir selbst nutzen.

 

XLR, Klinke, USB … Eine Geschichte von Kabeln und Buchsen

 

Beginnen wir mit den Begriffen, die zunächst abschrecken können: XLR, Klinke und USB.

 

USB

 

Sie kennen ihn und verwenden ihn wahrscheinlich täglich: den USB-Anschluss. Diese Art von Steckverbindung wird sowohl an Computern als auch an Smartphones verwendet und existiert in verschiedenen Ausführungen.

USB

Der große Vorteil eines per USB angeschlossenen Mikrofons oder Geräts - etwa eines Audio-Interfaces oder USB-Mikrofons - besteht darin, dass Sie es anschließen und es fast von selbst funktioniert ("Plug & Play"). Für den Einstieg ins Podcasting ist das eine naheliegende Wahl.

Ein weiterer großer Vorteil: Es gibt sofort einsatzbereite Sets mit Mikrofonständer, Spinne zur Entkopplung und Popfilter (ein kleines Gewebe vor dem Mikrofon, das harte Laute wie etwa "p" abmildert) für weniger als 60 €. Damit können Sie mit überschaubarem Budget und völlig ordentlicher Ausstattung unkompliziert erste Erfahrungen im Podcasting sammeln.

 

Klinke und XLR

 

Auch die Klinke kennen Sie vermutlich: Wahrscheinlich haben Sie schon einmal Kopfhörer oder ein Headset benutzt. Ein Klinkenstecker ist dieser metallische Stift mit einem oder mehreren schwarzen Ringen (ein Ring für Mono, zwei für Stereo), über den Geräte angeschlossen und Tonsignale etwa an Verstärker oder Kopfhörer übertragen werden. XLR dagegen ist ein für professionelle Anwendungen entwickelter Standard: ein runder Stecker mit drei Metallkontakten im Inneren.

Klinke / XLR

Für beide Anschlussarten benötigen Sie ein zusätzliches Gerät, wenn Sie mit einem Computer aufnehmen möchten:
- zum Beispiel ein externes Audio-Interface, das per USB an den Computer angeschlossen wird und die Signale von Mikrofonen mit Klinken- oder XLR-Anschluss aufnimmt,
- oder einen mobilen Recorder, etwa aus der bekannten Zoom-H-Serie. Die meisten Modelle unterstützen Mikrofone mit Klinken- und/oder XLR-Anschluss.

 

Das richtige Mikrofon bzw. die richtigen Mikrofone auswählen

 

Damit kennen Sie die drei wichtigsten Anschlussarten für Mikrofone. Nun müssen Sie entscheiden, was Sie möchten: "Plug & Play" per USB - anschließen und loslegen - oder die Möglichkeit, mehrere Mikrofone per Klinke oder XLR an ein zwischengeschaltetes Audio-Interface anzuschließen. Der einzige kleine Nachteil einer USB-Verbindung besteht darin, dass Ihnen abgesehen von Software-Einstellungen wie Lautstärke oder Klangbalance meist nur wenige direkte Einstellmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Sie sind dann von der Verwaltungssoftware des Mikrofonherstellers beziehungsweise Ihrer Aufnahmesoftware abhängig.

Die Qualität eines Mikrofons hängt nicht von seinem Anschluss ab, sondern von seiner Bauweise. Manche Mikrofone nehmen den gesamten Raum auf (omnidirektional), andere hauptsächlich das, was sich vor ihnen befindet (Niere/Cardioid), und wieder andere nur aus sehr kurzer Entfernung (Superniere/Supercardioid). Für jede Anschlussart gibt es Modelle in allen Preisklassen und Bauformen - Handmikrofone, Lavaliermikrofone und viele mehr.

Wenn Sie beim Kauf eines oder mehrerer Mikrofone Unterstützung brauchen, kontaktieren Sie uns gerne direkt und beschreiben Sie uns Ihr Projekt. Wir beraten Sie. Sie können Ihre Fragen auch auf dem Discord-Server unseres Vereins stellen, wo Ihnen zahlreiche Menschen weiterhelfen können. Oder Sie folgen einfach unserem Leitfaden …

 

Podcast-Aufnahme allein oder mit mehreren Personen?

 

Welche Ausstattung Sie benötigen, hängt von der Konfiguration Ihres Podcasts ab. Sie können mit mehreren Personen im selben Raum oder aus der Ferne aufnehmen. Hier sind einige einfache und erschwingliche Setups, mit denen Sie sicher und entspannt starten können.

 

Allein zu Hause aufnehmen

 

Sie produzieren Ihren Podcast zu Hause und suchen daher ein Mikrofon, mit dem Sie sich unkompliziert aufnehmen können. Entscheiden Sie sich für ein komplettes USB-Set mit Mikrofonständer, Spinne und Popfilter.

Ein von uns getestetes Set, das für rund 60 € sehr gute Arbeit leistet, ist das the t.bone SC 420 USB Desktop-Set.

Natürlich gibt es ähnliche Modelle in unterschiedlichen Preisklassen. Mit diesem Modell können Sie kostengünstig anfangen und haben alles Nötige zur Hand. Es handelt sich um ein Nierenmikrofon, was praktisch ist, um beispielsweise das Lüftergeräusch des Computers, herumlaufende Haustiere oder andere Umgebungsgeräusche weniger stark aufzunehmen.

Komplettes USB-Set

 

Allein unterwegs aufnehmen

 

Sie möchten draußen oder unterwegs aufnehmen, ohne einen Laptop mitzunehmen? Dann bietet sich ein Gerät aus der ZOOM-Reihe an: mobile ZOOM-Recorder.

Die ZOOM-Reihe ist umfangreich und bietet leichte, einfach zu bedienende Geräte, die mit Batterien und/oder Akku funktionieren. Alle verfügen über ein integriertes Mikrofon; je nach Modell lassen sich zusätzlich unterschiedlich viele weitere Mikrofone anschließen, beispielsweise für Interviews. Wenn jede Person ein eigenes Mikrofon hat, wird der spätere Schnitt einfacher und die Qualität Ihrer Episode profitiert ebenfalls davon.

Zoom-Recorder

 

 

Mit mehreren Personen an einem Tisch aufnehmen

 

Wenn Sie einen Podcast mit mehreren Personen an einem Tisch produzieren möchten, benötigen Sie ein Interface, an das sich mehrere Mikrofone anschließen lassen - idealerweise eines pro Person.

Ein Mischpult oder ein ZOOM-Recorder (H5 bis H8) eignet sich dafür sehr gut. Entscheidend ist, dass alle Mikrofone an ein einziges Interface angeschlossen werden können, das wiederum mit dem Computer verbunden ist, um den Ton aller Beteiligten aufzunehmen. Einige Mischpulte und ZOOM-Geräte können jedes Mikrofon in einer separaten Datei aufzeichnen, teilweise sogar direkt auf einer SD-Karte im Gerät. Das erleichtert Ihnen die Arbeit beim Schnitt erheblich.

Die Aufnahme ist das eine - Sie müssen sich gegenseitig und gegebenenfalls auch die in Ihre Sendung einzuspielenden Töne gut hören können. Manche Mischpulte bieten Anschlüsse für einen oder mehrere Kopfhörer, sodass Sie den Gesamtmix oder einzelne Mikrofone abhören können. Wenn Sie ein einfacheres Mischpult verwenden oder mehr Kopfhöreranschlüsse benötigen, gibt es gewissermaßen das Gegenstück zum Mischpult, das in die andere Richtung arbeitet.

Mit dem Behringer HA400 kann jede Person einen eigenen Kopfhörer anschließen. Der Vorteil dieses Geräts: Sie hören genau das Signal, das vom Mischpult ausgegeben wird. So können Sie die Klangqualität kontrollieren und Einstellungen bei Bedarf direkt korrigieren, bevor es beim Schnitt böse Überraschungen gibt. Ein kleines, sehr nützliches Gerät, um beispielsweise Übersteuerungen zu erkennen, wenn ein Mikrofon zu laut eingestellt ist - etwas, das sich in der Nachbearbeitung nicht mehr reparieren lässt. Dieses Modell bietet vier Kopfhöreranschlüsse; wenn das nicht reicht, können mehrere Geräte hintereinander geschaltet werden.

Verschiedene Mischkonfigurationen

 

 

Mit mehreren Personen aus der Ferne aufnehmen

 

Wenn Sie allein zu Hause sitzen und der Rest Ihres Teams an anderen Orten ist, können Sie sich am Abschnitt "1. Allein zu Hause aufnehmen" orientieren: Die dortigen Empfehlungen gelten für alle Beteiligten. Es ist nicht notwendig, dass alle dasselbe Mikrofon verwenden. Mikrofone mit vergleichbarer Qualität helfen jedoch sehr dabei, den Eindruck räumlicher Distanz zu verringern und ein homogeneres Aufnahmeergebnis zu erzielen.

Für die Aufnahme Ihrer Spuren stellen wir Ihnen drei einfache und kostenlose Möglichkeiten vor, geordnet nach Qualität und Benutzerfreundlichkeit. Auch hier gilt: Wir kennen und verwenden diese Dienste selbst.

 

#1 - Riverside: Erstellen Sie ein Konto und einen Room (Aufnahmeraum, einen pro Aufnahme) und teilen Sie den Link mit den anderen Mitgliedern Ihres Podcasts. Diese müssen lediglich ihren Namen angeben und den Zugriff auf das Mikrofon erlauben.

Vorteile:
- Die Aufnahmetechnik von Riverside reduziert das Risiko eines Tonverlusts bei einer Unterbrechung der Internetverbindung. Wenn die Mikrofone Ihrer Gesprächspartner:innen ordentlich sind, ist auch die Qualität entsprechend gut.
- Externe oder gelegentliche Gesprächspartner:innen müssen kein eigenes Konto erstellen. Nur Sie benötigen eines, um die Aufnahmesitzung einzurichten.

Nachteile:
- Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels funktioniert Riverside am Computer ausschließlich mit den Browsern Chrome, Edge und Brave.

 

#2 - Wenn Sie einen Discord-Server haben, können Sie ihn für die Aufnahme Ihrer Sitzungen verwenden. Dazu müssen Sie den Bot Craig auf Ihren Server einladen und ihn in Ihren Sprachkanal holen.

Vorteile:
- Craig kann in verschiedenen Formaten aufnehmen und für jede beteiligte Person eine separate Datei erzeugen. Diese Dateien erhalten Sie wenige Minuten nach Ende der Aufnahme.
- Ihre Gesprächspartner:innen können über die Discord-App auf Smartphone, Tablet oder Computer teilnehmen.

Nachteile:
- Die Teilnehmenden müssen ein Konto erstellen und Ihrem Server beitreten.
- Verwenden Sie Discord möglichst als installierte Anwendung und nicht im Browser, da sich dies auf die Tonqualität auswirkt.

 

#3 - Die Online-Kommunikationssoftware Mumble wirkt etwas altmodisch, funktioniert aber sehr gut und ermöglicht ebenfalls die Aufnahme einer separaten Datei pro Person.

Vorteile:
- Alle auf dem Server anwesenden Mitglieder können das Gespräch aufnehmen. Das ist ein hervorragendes Sicherheitsnetz, falls bei einer Person die Internetverbindung ausfällt.
- Die Qualität ist gut, und wenn Sie im .ogg-Format aufnehmen, benötigt die Aufnahme nur sehr wenig Speicherplatz auf Ihrer Festplatte.
- Ihre Gesprächspartner:innen können über Plumble (Android) oder Mumble (iOS) teilnehmen.

Nachteile:
- Sie benötigen einen Server. Sie können selbst einen einrichten (es gibt kostenlose und kostenpflichtige Möglichkeiten), dafür sind jedoch einige technische Kenntnisse erforderlich. Das ist für Sie oder Ihre Gäste nicht unbedingt intuitiv.
- Jede beteiligte Person muss die Zugangsdaten Ihres Servers eingeben, um beitreten zu können.

 


Eine Frage? Unser ehrenamtliches Team und die anderen Mitglieder auf dem Discord-Server des Vereins BadGeek helfen Ihnen gerne dabei, Ihre Podcast-Fragen aus allen Blickwinkeln zu beleuchten. Schauen Sie dort und auch bei unseren anderen Artikeln gerne vorbei.

 

Einige nützliche Links

 

- Wir haben einen Podcast aufgenommen, in dem wir verschiedene Möglichkeiten vorstellen, einschließlich Materiallisten und Kosten je nach Konfiguration: https://www.vodio.fr/vodiotheque/i/6234/atelier-podcast-3-quel-materiel-pour-quelle-utilisation/
- Discord herunterladen: https://discord.com/download
- Craig einladen: https://craig.chat/
- Mumble herunterladen: https://www.mumble.info/downloads/



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